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Ratgeber Koffer kaufen: Worauf kommt es an?

Klein, groß, mit zwei oder vier Rollen, mit harter oder weicher Schale - welcher Reisekoffer soll es sein? Vor dieser Frage steht so mancher Reisende bei der Kaufentscheidung, wenn es darum geht, das richtige Gepäckstück zu finden. Schließlich soll der neue Reisekoffer passen. Denn nichts ist ärgerlicher, als ein Koffer, der zu klein für die erworbenen Souvenirs aus dem Urlaub ist oder ein Hartschalenkoffer, der Strafgebühren beim Check-in verursacht. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten vor dem Kauf einige Kriterien beachtet werden.

Kofferarten
Grundsätzlich gibt es zwei Kofferarten. Die eine besteht aus Leder oder flexiblen Kunststoff und die andere aus festem Kunststoff. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Am häufigsten unter ihnen sind die Hartschalenkoffer zu finden. Sie sind robust und ideal für Viel-Flieger. Hartschalenkoffer sind durch die Rollen leicht zu handhaben. Weichschalenkoffer haben den Vorteil, dass sie bereits im Leerzustand leichter als die Koffer mit harter Schale sind. Zudem sind sie günstiger in der Anschaffung und werden meist auf kurzen Reisen genutzt.

Hartschalenkoffer vs. Weichschalenkoffer
Hartschalenkoffer zeichnen sich noch immer durch Belastbarkeit und Stabilität aus. Wenn auch so manch weicher Kollege mittlerweile ähnlich robust gefertigt ist. Daher stellt sich bei der Auswahl zuerst die Frage nach der Benutzung. Während sich Hartschalenkoffer als Reisebegleiter auf Flugreisen bewährt haben, punktet Weichgepäck auf Reisen mit dem Auto, dem Reisebus oder der Bahn.

Weiche Koffer sind flexibel, bieten durch Außentaschen mit Reißverschluss zusätzliches Nutzvolumen und lassen sich im Auto zusammendrücken, wenn es zu eng wird im Kofferraum. Allerdings ist ebenso darauf zu achten, was transportiert wird. Wer seine teure Kamera oder sein Tablet mitnimmt, ist mit einem Hartschalenkoffer besser bedient. Es mag vielleicht unwichtig erscheinen, aber ein Gepäckstück mit harter Schale bietet sich auch hervorragend zum "Sitzen" an, wenn mal längere Wartezeiten am Schalter überbrückt werden müssen. Allerdings ist es in dem Fall sinnvoll, dass der Reisekoffer dann nur zwei und nicht vier Rollen hat. Dadurch steht er sicherer auf dem Boden.

Größe und Gewicht
Seitdem es bei einigen Billig-Fluglinien kein Freigepäck mehr gibt, richten viele Hersteller ihr Augenmerk auf das Gewicht der Koffer. Bis vor wenigen Jahren wog ein großer Reisekoffer mit einem Umfang von 140 Zentimetern (Höhe + Breite + Tiefe) noch um die acht Kilogramm. Heute bringen einige Modelle der Hartschalenkoffer nur noch etwa drei bis vier Kilogramm auf die Waage. Dadurch lässt sich einiges am Gesamtgewicht einsparen - denn jedes Kilo zählt, sowohl beim Tragen als auch beim gebührenpflichtigen Aufgeben von Frachtgepäck.

Ausstattung und Material
Neben Größe und Gewicht spielen auch Ausstattung und Material eine wichtige Rolle. Hierbei sind nicht immer die günstigen Reisekoffer die richtige Wahl. Während preiswerte Modelle meist nur mit einem Hauptfach ausgestattet sind, überzeugen Koffer der Mittelklasse mit Spanngurten, Packplatten und Netztaschen. So bleiben nicht nur Smoking und Ballkleid bis zum Captains Dinner an Bord eines Luxusdampfers knitterfrei. Auch empfindsame Dokumente und der Laptop überstehen den Flug unbeschadet. Zudem besitzen hochwertige Modelle für mehr Volumen zusätzlich eine Dehnungsfuge. Diese Dehnungsfuge ist eine Stoffbrücke hinter dem Reißverschluss, die das Schließen eines zu voll gepackten Koffers erlaubt.

Weichgepäck besteht aus strapazierfähigem synthetischem Gewebe wie Polyamid, Nylon oder Leder. Hartschalenkoffer werden meist aus ABS, Aluminium oder Polycarbonat gefertigt. Die neusten Modelle bestehen aus Curve - ein belastbares, besonders leichtes Material aus Polypropylen-Endlosfasern.

Verschlüsse und Rollen
Ein guter Reisekoffer ist abhängig von robusten Reißverschlüssen. Diese dürfen nicht haken und sollten sich leicht öffnen und schließen lassen. Auch Scharniere und Schlösser sollten stabil konstruiert sein. Einfache Kofferschlösser können leicht aufgebrochen werden und bieten dadurch keine hundertprozentige Sicherheit. Für Reisen in die USA empfiehlt sich für das Frachtgepäck ein Schloss, welches den TSA-Standard erfüllt. So kommen amerikanische Sicherheitsbeamte durch einen Generalschlüssel an das Schloss und können den Reisekoffer im Bedarfsfall durchsuchen. Aber keine Angst, es kommen nur autorisierte Personen und Besitzer an das Gepäck.

Es ist ratsam, seinen Gepäckstück mit einem Gepäckgurt zu schützen. Denn nichts ist unangenehmer, als seine Unterwäsche oder vielleicht andere peinliche Gegenstände vom Gepäckband zu kratzen, weil sich das Gepäckstück durch den rüden Transport doch geöffnet hat. Am besten wählt man einen Gepäckgurt in auffälliger, kräftiger Farbe. So lässt sich der Reisekoffer am Gepäckband schneller finden.

In Bezug auf Rollen kommt es darauf an, wie und wo der Koffer benutzt wird. Reisekoffer mit zwei Rollen sind wendig und besonders für enge Gänge in Zügen geeignet, wenn die Rollen an der schmalen Seite befestigt sind. Auch unebene Straßen und Fußwege können mit einem Zwei-Rollen-Koffer sicher zurückgelegt werden. Allerdings lässt sich die Balance bei diesen Ausführungen schlechter halten. Weiterer Nachteil: Sie müssen zum Bewegen angekippt werden.

Reisekoffer mit vier Rollen lassen sich bequem schieben oder ziehen, ohne gekippt zu werden. So kann der Hartschalenkoffer beispielsweise in der Warteschlange am Flughafen einfach mit dem Fuß vorgeschoben werden. Der Nachteil: Meist sind die sie nur für glatte Untergründe auf Flughäfen oder Bahnhöfen geeignet.

Witterungsbeständigkeit
Zwischen einem Hartschalenkoffer und seinem weichen Kollegen gibt es in Bezug auf die Wasserdichtheit kaum Unterschiede. So ist das Außenmaterial bei den meisten Reisekoffern wasserbeständig, jedoch kann die Nässe durch Reißverschluss, Teleskopstange, Doppelgestänge oder Nähte in den Innenraum der Koffer gelangen. Wer hier sichergehen möchte, greift zu einem Koffer, der über abgedichtete Verschlüsse und einem separaten Teleskopgriff verfügt.

Koffer weg, was tun?
Da hat man den optimalen Koffer gefunden, gepackt und ist sicher am Reiseziel angekommen. Und dann das? Nach langem Warten am Gepäckband ist kein Koffer in Sicht. Irgendwann hört das Gepäckband auf sich zu drehen und man steht immer noch ohne Gepäck da. Reisekoffer weg, was tun?

Verlust sofort melden
Wenn das Gepäckstück beschädigt ist oder gar nicht ankommt, sollte sich der Betroffene beim Gepäckschalter melden und die Situation erläutern. Die sogenannten "Lost and Found" - Schalter lassen sich meist in der Nähe eines Gepäckbandes finden. Dort wird der Reisende gebeten, die Registrierungsnummer des Koffers anzugeben. Die Nummer befindet sich auf der Bordkarte. Weiterhin muss das verlorene Gepäckstück so detailliert wie möglich beschrieben werden.

Schaden aufgeben
Bleiben erste Nachforschungen am Schalter erfolglos, wird eine Verlustmeldung geschrieben. Diese enthält neben Flug- und Personendaten auch relevante Angaben zum verloren gegangenen Hartschalenkoffer. Betroffene sollten unbedingt ihre Adresse und vielleicht eine Telefonnummer angeben, unter der sie erreichbar sind. War der Reisekoffer verschlossen, wird nach der Kombination des Schlosses oder dem Schlüssel gefragt. Denn auch der Zoll kontrolliert. Zudem ist es wichtig, den Mitarbeitern mitzuteilen, was sich in dem Gepäckstück befindet. So können eventuelle Ansprüche auf Ersatz oder Erstattung gestellt werden. Allerdings wird dies von jeder Fluggesellschaft anders gehandhabt. Wurden alle Daten aufgenommen, erhält der Betroffene eine Referenznummer.

Recht auf Ersatzausstattung
Im nächsten Schritt sollten sich Betroffene bei der jeweiligen Airline nach Unterstützung erkundigen. Denn oftmals befinden sich im Gepäckstück neben Kleidung auch Toilettenartikel. Grundsätzlich haben betroffene Passagiere dann das Recht, sich angemessen mit notwendigen Dingen ausstatten. Wobei Wert und Umfang der Dinge von Airline zu Airline unterschiedlich ausfallen.

Ansprüche geltend machen
Auch in Sachen Schadenersatz gibt es unter den Fluggesellschaften keine einheitliche Regelung. Ist das Gepäckstück, auch nach intensiver Suche, nicht mehr auffindbar, wird für den betroffenen Fluggast eine Kompensation fällig. Hierfür muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, indem der Wert und der Inhalt des Reisekoffers angegeben werden. Der Fragebogen wird zusammen mit Quittungen der Ersatzausstattung, Referenznummer und der Bitte um Schadenersatz bei der jeweiligen Fluggesellschaft eingereicht. Nach dem Montrealer Abkommen zahlen die Airlines nur bis zu einer Höhe von maximal 1.200 Euro.

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